Weltwassertag am 22. März
Geschichte und Entwicklung
Der Internationale Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt und soll die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Wichtigkeit von Frischwasser und das nachhaltige Management von Frischwasser-Ressourcen lenken.
Die UN lädt ihre Mitgliedsstaaten jedes Jahr dazu ein, an diesem Tag konkrete Aktionen zur Erhöhung des öffentlichen Wasser-Bewusstseins zu setzen. Hierunter fallen zum Beispiel die Produktion und Verbreitung von Dokumentarfilmen und die Organisation von Konferenzen, Seminaren und Ausstellungen im Zusammenhang mit der Erhaltung und Entwicklung der Wasserressourcen sowie die Umsetzung der Empfehlungen der Agenda 21.
Das Thema wird jedes Jahr von UN-Water – der Organisation, die die Arbeit der Vereinten Nationen im Bereich Wasser und Abwasser koordiniert – festgelegt und entspricht einer aktuellen oder zukünftigen Herausforderung im Bereich Wasser und Wassermanagement.
Info: Wasser weltweit
Etwa jeder vierte Mensch hat keinen Zugang zu sauberen Wasserressourcen.
Etwa 3,4 Milliarden Menschen leben ohne sichere Sanitärversorgung.
Rund 1,7 Milliarden Menschen verfügen zu Hause über keine grundlegenden Hygienemöglichkeiten, etwa zum Händewaschen mit Wasser und Seife.
In vielen Ländern sind Frauen und Mädchen hauptsächlich für das Wasserholen verantwortlich und verbringen häufig täglich viel Zeit damit.
Besonders Menschen in armen Ländern, ländlichen Regionen und Krisengebieten sind von mangelnder Wasser- und Sanitärversorgung betroffen.
Quelle: WHO / UNICEF, Progress on Household Drinking Water and Sanitation 2000–2024, veröffentlicht 2025
Der Weltwassertag 2026
Motto "Wasser und Geschlecht"
Für das Jahr 2026 hat die UN das wegweisende Motto „Wasser und Geschlecht“ (Water and Gender) gewählt. In den Hauptfokus rückt damit das 6. Ziel für nachhaltige Entwicklung (kurz SDG). Dieses Ziel verfolgt die Verfügbarkeit und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung. Alle Menschen sollen einen Zugang zu bezahlbarem und sauberem Trinkwasser haben sowie zu einer angemessenen Sanitärversorgung.
Der mit dem diesjährigen Motto verbundene Slogan „Where water flows, equality grows“ (Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung), macht aber noch auf einen weiteren wichtigen Aspekt aufmerksam. Denn die globale Wasserkrise trifft alle Menschen in den von Wassermangel betroffenen Regionen, jedoch keineswegs alle in gleichem Maße. Es sind primär Frauen und Mädchen, die die Hauptlast der mangelnden Versorgung tragen. Denn sie legen teilweise Strecken von bis zu 6 Kilometern pro Tag zurück, um Trinkwasser zu besorgen. Die bis zu 20 Kilogramm schweren Kanister führen zu körperlicher Erschöpfung und die langen Strecken bedeuten einen großen zeitlichen Aufwand.
Sowohl die körperliche Belastung als auch der zeitliche Aufwand zur Trinkwasserbeschaffung führen dazu, dass Mädchen ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen können. Wenn sie doch zur Schule gehen können, führt das Fehlen von sauberen Sanitäreinrichtungen zu einem Mangel an Menstruationshygiene. Am Ende bleiben viele der Mädchen der Schule während ihrer Periode aus Scham lieber fern. Auf diese ungleich verteilte Belastung möchte der Weltwassertag 2026 aufmerksam machen. Und lenkt damit neben SDG 6 auch auf das 5. Ziel “Geschlechtergleichstellung und Stärkung von Frauen und Mädchen“.
Quelle: well:fair
Der Weltwassertag 2025
Stand unter dem Leitsatz "Schutz der Gletscher"
Das diesjährige Thema des Weltwassertags „Erhaltung der Gletscher“ widmet sich der essenziellen Aufgabe, die Gletscher als natürliche Wasserspeicher zu bewahren und ihre entscheidende Rolle im globalen Ökosystem zu schützen.
Gletscher regulieren den Wasserhaushalt zahlreicher Flusssysteme und versorgen Millionen von Menschen mit Trinkwasser. Die gegenwärtigen Klimaveränderungen lassen die Gletscher zusehends schmelzen mit gravierenden Folgen für das Klima auf der gesamten Erde:
Steigende Meeresspiegel, Wasserknappheiten und drastische Veränderungen unseres Ökosystems.
„Die Klimaveränderungen mit zunehmenden Trockenperioden und Starkregenereignissen stellen die Wasserwirtschaft vor immense Herausforderungen“, so Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser. „Um die Wasserversorgung langfristig zu sichern, müssen Investitionen in die wasserwirtschaftliche Infrastruktur deutlich schneller umgesetzt werden. Dazu brauchen wir – analog zum Ausbau Erneuerbarer Energien – Genehmigungsverfahren, die den Ausbau der Infrastruktur beschleunigen.
Zudem müssen wir die Wasser- und Abwasserinfrastruktur konsequent an die Folgen des Klimawandels anpassen. Dazu gehören nicht nur der Ausbau und die strukturelle Anpassung an Starkregenereignisse und langanhaltende Trockenperioden, sondern auch die Integration von Wasser in die städtische Infrastrukturplanung. Regenwassermanagement, begrünte Dachflächen und versickerungsfähige Wege können dazu beitragen, Grundwasserneubildung zu fördern und Abflussmengen besser zu regulieren.
Auch der Schutz unserer Wasserressourcen muss weiter in den Fokus rücken. Um die Qualität unserer Gewässer langfristig zu sichern, gilt es, Verschmutzungen bereits an der Quelle zu vermeiden. Das bedeutet, Pflanzenschutzmittel und schädliche Stoffe nicht ins Wasser einzutragen und Altmedikamente umweltgerecht zu entsorgen. Gleichzeitig kann jede und jeder Einzelne im Alltag einen Beitrag leisten, indem beispielsweise wassersparende Maßnahmen wie das Nutzen effizienter Armaturen umgesetzt werden und die Gartenbewässerung im Sommer nicht während der Tageszeit erfolgt.
Der Weltwassertag 2025 erinnert uns daran, dass der Erhalt der Gletscher als natürliche Wasserspeicher nicht nur eine globale, sondern auch eine lokale Herausforderung ist. Eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft erfordert deshalb nicht nur beschleunigte Investitionen und strukturelle Anpassungen, sondern auch ein verantwortungsbewusstes Handeln auf allen Ebenen – von der Politik über die Kommunen bis hin zu jedem Einzelnen.“
Quelle: bdew
Weitere Informationen zum diesjährigen Weltwassertag gibt es u.a. auf folgenden Webseiten:
Kooperationsgemeinschaft Wasser und Abwasser MV e.V.
Verband kommunaler Unternehmen e.V.
DVGW
Pressemitteilung zum Weltwassertag
++++++++++++++++++++++++++++
Hintergrundinfo:
Auch die Bundesregierung hat eine Nationale Wasserstrategie beschlossen zum bewussten Umgang mit dem Lebensgut "Wasser". Ziel ist die Gewährleistung der Trinkwasserversorgung in Deutschland mit dem Schutz des Grundwassers angesichts des Klimawandels, der damit einhergehenden Änderungen und das rechtzeitige Treffen von Maßnahmen, wie z.B. Schutz vor Hochwasserereignissen, vor Starkregen aber auch vor Hitze.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/nationale-wasserstrategie-2171158
Quelle: UN.org
